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B wie Berliner Dialekt
Sehn se det is meen Berlin
Uns
kann keener - und im Ernstfall könnse
uns alle!
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Hans: "Angelika - ick muss dir wat sahrn..."
Angelika: "Wat denn?"
Hans: "Tja, wie soll ick det jetzt sahrn..."
Angelika: "Weeß ick ooch nich."
Hans: "Ich wollte dir sahrn, weeßte...also, ick liebe dir."
Angelika: "Mir?"
Hans: "Ährlich!"
Angelika: "Det is dufte, wie de det sahrst, aba det is nich janz richtich."
Hans: "Wat
denn - gloobste mir det nich?"
Angelika: "Doch, ick gloob dir det, aba det is nich janz
richtich, vastehste."
Hans: "Nee."
Angelika: "Du sahrst, ick liebe dir, un det is falsch,
vastehste."
Hans: "Nee, aba det is mir jetzt ooch ejal."
Angelika: "Naja, wenn ick dir ejal bin..."
Hans: "Nee, Angelika, du bis mir nich ejal, ick hab dir
doch jesacht, det ick dir liebe."
Angelika: "Ja, aba det is falsch, det du mir liebst. Ick meene..."
Hans: "Ick vastehe, ich soll dir richtich lieben!"
Angelika: "Jenau! Sieste, Hans, un jetzt liebe ick dir ooch." |
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Gibt
Dir dat Leben eenen Knuff,
dann weene keene Träne.
Lach Dir'n Ast, und setz' Dir druff,
und baum'le mit die Beene |
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Schrippe,
Stulle und Molle
Die Berliner Schnauze
ist auf dem Rückzug. Im Westen galt der Dialekt schon lange als Proletendeutsch,
nun wird er auch bei den Ost-Berlinern zunehmend unbeliebt
„ Alle andern Landstriche, die pflegen ihrn Dialekt. Wo er nich jeflecht
wird, is in Berlin.“ Dieser Satz eines Westberliner Beamten beschreibt
wohl am besten, was Sprachwissenschaftler in den letzten Jahren beobachten. Der
Berliner Dialekt genießt heutzutage kaum großes Ansehen. Das war
nicht immer so. Berlinisch ist die in der Stadt Berlin und im Brandenburger Umland
gesprochene Variante der regionalen Umgangssprache. Die wesentlichen lautlichen
Merkmale finden wir in dem Spruch „Icke, dette, kieke mal, Oogen, Fleesch
und Beene“ zusammengefasst. Wörter wie Schrippe, Stulle, Molle, kieken,
mittenmang oder auch grammatische Besonderheiten wie der „Akkudativ“ in „Ick
liebe dir“ lassen den Berliner erkennen.
Existierten zu Beginn der 1990er Jahre noch gravierende Unterschiede in der
Verwendung und Bewertung des Berlinischen durch Ost- und Westberliner, so zeigt
sich seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre eine Angleichung des Sprachgebrauchs
der Ostberliner an den Westberliner Standard. Worin bestanden die Unterschiede
und wie vollzog sich die Angleichung?
Die Insellage Westberlins, die sprachliche Heterogenität der Bevölkerung
sowie eine stark ausgeprägte soziale Differenzierung der Westberliner
Gesellschaft waren verbunden mit einer Abwertung des Berlinischen als Sprachvariante
der Unterschicht, die stigmatisiert wurde und fast ausschließlich in
privaten Situationen Verwendung fand. Im Ostteil der Stadt war die Berliner
Umgangssprache nicht nur auf den Alltag beschränkt, sondern galt als Medium
der Verständigung auch in halböffentlichen und öffentlichen
Situationen. Ursache hierfür war zum einen der ständige Kontakt mit
dem auch berlinisch sprechenden Umland, zum anderen die nicht so ausgeprägte
hierarchische Differenzierung der verschiedenen sozialen Gruppen wie im Westteil
der Stadt.
Diese gegensätzlichen Haltungen zum Berlinischen führten nach der
Maueröffnung 1989 zu Irritationen auf beiden Seiten. Die abweichende Verwendung
und Bewertung der Berliner Stadtsprache kennzeichneten die Sprecher nicht nur
als Ost- oder Westberliner, sondern bildeten darüber hinaus eine Quelle
gegenseitiger Vorurteile. So identifizierten die Westberliner die Bewohner
des Ostteils der Stadt auf Grund ihres starken Dialektgebrauchs und bewerteten
diesen häufig negativ als „katastrophal“, „ordinär“, „Proletendeutsch“ oder
restringierten Code. Viele Ostberliner hingegen bekannten sich zu ihrer Berliner
Sprachvariante, wie eine Ostberliner Lehrerin. Nach ihrer Einstellung zum Berliner
Dialekt befragt, stellt sie klar, dass zu ihrem Leben das Berlinische gehört.
Auch andere bewerteten in den Untersuchungen die situationsunabhängige
hochsprachliche Ausdrucksweise im Westberliner Sprachraum negativ als „jebildet“ und „hochnäsig“.
Aus diesem Gegensatz von Hochsprache und Berliner Umgangssprache resultierte
ein Konflikt, der vor allem bei arbeitsplatzbedingter Durchmischung von Ost
und West wirksam wurde.
Wie sieht es nun heute, nach gut zwölfjähriger Entwicklung aus? Unsere
Untersuchungen belegen, dass im Osten Berlins nach wie vor stärker berlinert
wird als im Westen, und das nicht nur in privaten, sondern auch in öffentlichen
Situationen. So übersteigt die Häufigkeit Berliner Varianten in den östlichen
Bezirksverordnetenversammlungen diejenige ihrer westlichen Pendants. Obwohl
einzelne Westberliner eine positive Wirkung für die Bewahrung des Berlinischen
durch den Sprachgebrauch der Ostberliner erhofften, ist im Westen der Stadt
keine Zunahme berlinischer Elemente nachweisbar. Im Gegenteil: Auch in den östlichen
Bezirken wird der Gebrauch des Berlinischen - und das nicht nur in der Öffentlichkeit
- nach und nach eingeschränkt.
Diese distanziertere Haltung der Ostberliner gegenüber dem Berliner Stadtidiom
ist Folge eines Wertewandels. Denn soziale Aufstiegschancen sind eng an die
Beherrschung der Hochsprache gebunden. Berlinern kann dem nur abträglich
sein. So belegte eine Fallstudie an Ostberliner Gymnasien von 1998, dass die
Abiturienten zwar noch zu ihrer Berliner Ausdrucksweise stehen, die jüngeren
Schüler hingegen durch den lenkenden Einfluss von Eltern und Lehrern der
Hochsprache den Vorzug einräumen.
Und die Folge für die weitere Entwicklung des Berlinischen? Durch dessen
Stigmatisierung und den daraus resultierenden Rückzug wird auch die sprachliche
Kompetenz der (Ost-)Berliner für diese Sprachvarietät eingeschränkt,
sodass es in einigen Jahren schwer sein könnte, solche Probanden für
weitergehende Studien zu finden, die auch im Interview freiweg berlinern -
eine Erfahrung, die unsere Forscher im Westteil der Stadt schon zu Beginn der
1990er Jahre gemacht haben.
Die Autorin Ruth Reiher
ist Professorin am Institut für deutsche Sprache und Linguistik der
Humboldt-Universität. Ihr Buch „Berlinisch heute. Kompetenz
- Verwendung - Bewertung“ ist 2001 im Peter Lang Verlag erschienen. |
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Berliner
Klops-Geschichte
Ick sitz an' Tisch und esse Klops,
uff eenmal klopts.
Ick kieke, staune, wundre mir,
uff eenmal jeht se uff, die Tür!"
Nanu", denk ick,
ick denk "nanu, jetz is se uff, erst war se zu."
Ick jehe raus und kieke
und wer steht draußen? - Icke. |
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Große Schnauze
Der Berliner, so sagt man, hat das Herz
am rechten Fleck und eine große Schnauze. Der Fremde steht der Schnoddrigkeit
und dem Mutterwitz oft hilflos gegenüber. Die sprichwörtliche „Berliner
Schnauze", die nämlich nicht nur von Berlinern, sondern ebenso
von „Auswärtigen", von „Wessis" als „berühmt,
berüchtigt und gefürchtet" charakterisiert wird. Berühmt,
weil die Berliner Schnauze berüchtigt ist und dies wiederum, weil
sie gefürchtet wird.
Der Berliner erhält
außerhalb
seiner Heimatstadt nicht wie gewohnt seine "Schrippe", sondern
ein Brötchen. Er mag mit Marmelade gefüllte "Pfannkuchen",
die anderswo in Deutschland als Berliner bekannt sind. Er verwechselt mir
und mich - jedoch nicht mein und dein, sagt "ick, det und wat" (ich,
das, was). Eisbeene mag er sehr und ne "Molle mit´n Korn" ist
sein Lieblingsgedeck. |
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Unvergessener
Karikaturist
mit
" Berliner Schnauze"
Der Schüler Theodor Hosemanns ist bis heute einer der populärsten
Berliner Zeichner und Karikaturisten geblieben.
Am 10. Januar 1858 in Radeburg
geboren, zeigte Zille die existenziellen Abgründe aber auch den liebenswerten
Alltagshumor des Berliner proletarischen "Milljöhs" auf.
Er
zeichnete nach der Jahrhundertwende für Zeitschriften wie den "Simplicissimus" und
gab in den 20er Jahren mehrere Mappenwerke heraus.
Sein Werk, eine Mischung
aus Mitgefühl, Sarkasmus, Witz und solidarisch empfundener Verbitterung
ist in jüngster Zeit durch eine Publikation seiner Photographien ergänzt
worden.
Zille starb am 9. August 1929 in Berlin. |
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Berlinerisch - und so wird’s
verständlich
Mensch, du wohnst ja jwd!
jwd
= janz weit draußen
Is ja wie bei Zickenschulze!
Wenn
jemand mehr als eine Geliebte hat.Damit jewinnste keenen Blumentopp.
Ein Vorhaben verspricht geringen bzw. keinen Erfolg.
Uff'n Arm nehm könn' se mich ja,
aber nich' schaukeln!
Sie fühlen sich einigermaßen verkohlt.
Ick hab' die Faxen dicke!
Jetzt reicht's
Ihnen.
Dir hamse wohl mit'n Klammerbeutel jepudert?!
Sie zweifeln am Verstand ihres Gesprächspartners.
Der hat ja'n Ding zu loofen!
Sie sind von der Geistesschwäche Ihres Gegenübers überzeugt.
Sie sind wohl nich' janz jesund?
ie
holen freundlichst Erkundungen über den Geisteszustand eines anderen
ein.
Du kannst dir jleich
die Radieschen von unten begucken!
Sie schlagen den Gegner
tot.
Und dabei sind die Berliner ganz normale
Menschen wie du und ich - also keine Angst! |
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Ab hier kannste ma kieken üba
wat wa lachen können
Ein Berliner wurde nach dem wichtigsten
Unterschied zwischen bayrischen und berliner Dialekt befragt. Janz eenfach!
Der Bayer sagt: „Man lernt halt nie aus“ und der Berliner sagt: „Det
ham wa schon längst jewußt.“
Zille sitzt am Stammtisch und ein Freund
liest aus der Zeitung vor: „Also da soll man keene Angst kriejen.
Hier steht, det bei jeden Atemzuch, den ick mache, een Mensch stirbt.“ Stille!
Dann sagt Zille nachdenklich: „Warum nimmste denn keen Mundwasser?“
Aufgeregt stürzt der Mann in das
Polizeirevier. "Herr Wachtmeesta, schnell kommen se mit. Meene Schwiejamutta
hat sich uffjehängt." Seelenruhig fragt der Polizist: "Ham
se ihr abjeschnitten?"
"Wo denken se hin, wo se doch noch jelebt hat."
Ein Kölner und ein Berliner wetten,
wer von beiden am Besten lügen kann. Wetteinsatz für jeden 5
Euro. Der Kölner: „Neulich bin ich von der Spitze des Kölner
Doms aus wie ein Vogel über Köln geflogen.“ Wortlos
steckt der Berliner beide 5-Euro-Stücke ein. „Was denn“,
ruft der Kölner, „du hast doch noch gar nicht gelogen.“ Darauf
der Berliner: „Ick hab dir fliejen sehn.“ |
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